vor 5 Monaten

Paywall-Modelle und Micro-Payments: Die Vor- und Nachteile

Die digitale Monetarisierung von Content hat viele Facetten. ContentPepper beleuchtet verschiedene Monetarisierungs-Möglichkeiten für Verlage und deren Vor- und Nachteile. Konkret geht es um Paywalls und Micro-Payments. Diese sind ein etabliertes Instrument für große Verlage - insbesondere Publikumsverlage. Aber auch für Fachverlage und Verlage aus dem Mittelstand sind Paywalls und Micro-Payments bestens geeignet.

Paywalls: Vor- und Nachteile auf einen Blick

Ein grundsätzlicher Vorteil von Paywalls liegt in der Legitimierung ihrer Inhalte. Qualitativ hochwertige und einzigartige Inhalte sind für Ihr Publikum wertvoll und daher auch einen bestimmten Preis wert. Leser sind daher gerne bereit, für Qualität zu zahlen. Dies schafft Ihnen eine konstante Basis an Abonnenten und somit eine planbare Einnahmequelle für Ihren Verlag.
Andererseits kann es für Verlage mit hoher Konkurrenz und kaum Alleinstellungsmerkmalen schwierig werden, Leser davon zu überzeugen, für Inhalte zu bezahlen, die sie auf anderen Seiten kostenlos bekommen. Zudem können die steigenden Einnahmen durch Paywalls auch zu sinkenden Werbeeinnahmen führen. Denn Werbekunden sind oft nicht bereit, für Werbung im Paid-Bereich zu zahlen.

Die Corona-Pandemie hat aber auch gezeigt, dass immer mehr Werbeeinnahmen wegbrechen. Langjährige Verträge wurden gekündigt und verursachten existenzielle Probleme für viele Verlage. In dieser Situation können Paywalls die entscheidende Lösung sein: Sie sorgen dafür, dass Verlage unabhängiger von Werbeeinnahmen werden und sicherer ihre Einnahmen planen können.
Damit Sie herausfinden, ob und welches Paywall-Modell für Ihren Verlag geeignet ist, hat ContentPepper verschiedene Lösungen gegenübergestellt.

Die verschlossene Tür: Harte Paywall

Wenn Sie Ihre Pforten komplett verschließen möchten, können Sie eine harte Paywall nutzen. Somit erhalten nur Nutzer, die ein Abonnement haben, Zugriff auf Ihre vollständigen Inhalte. Dieses Modell bietet sich vor allem für Nischen-Publikationen an, die dominierend in ihrem Markt sind. Bei Publikationen mit hoher Konkurrenz können harte Paywalls hingegen dazu führen, dass potenzielle Abonnenten die Seite verlassen und zur Konkurrenz abwandern, da das unflexible Modell sie abschreckt.

Die gut dosierte Lösung: Metered Paywalls

Viele Verlage entscheiden sich für Metered Paywalls, bei denen ab einer bestimmten Anzahl konsumierter Inhalte ein Abo abgeschlossen werden muss, um weitere Inhalte nutzen zu können. Nutzer können dabei selber wählen, welche Artikel sie kostenfrei lesen möchten und müssen erst bei der Überschreitung eine Gebühr bezahlen.

Die gemischte Tüte: Freemium-Paywall-Modelle

Nachrichtenseiten wie Spiegel.de arbeiten wiederum mit sogenannten Freemium-Modellen. Die Nutzung der Seite bleibt dabei kostenlos, für die Nutzung von besonders hochwertigem und aufwändigem Content muss jedoch bezahlt werden. Es handelt sich also um eine Mischung aus kostenlosen und Premium-Inhalten. Verlage können dabei selber auswählen, für welche Artikel Leser bezahlen müssen und welche gratis verfügbar sind. Dies erfordert eine gute Kenntnis über den eigenen Zielmarkt, um herauszufinden, welche Inhalte gratis und welche nur gegen Bezahlung zur Verfügung stehen sollten.

Die flexible Lösung: Hybride Paywall-Modelle

Viele erfolgreiche Verlage versteifen sich nicht auf ein explizites Paywall-Modell, sondern nutzen die Vorteile verschiedener Modelle für sich. Eine solche individuelle Lösung entwickelt bestehende Lösungen weiter und passt diese an die Bedürfnisse des eigenen Verlags an. Lockern Sie beispielsweise eine harte Paywall, indem Sie Daten über die Lesegewohheiten Ihrer Nutzer sammeln und darauf basierend bestimmte Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen - so können Sie Ihre Marketing- und Produktstrategie an die Bedürfnisse der Leser anpassen. Oder kombinieren Sie die Elemente von Metered- und Freemium-Modellen, indem Sie Abonnenten exklusive Premium-Inhalte oder Events zur Verfügung stellen.
Um solche flexiblen Lösungen umzusetzen, benötigen Sie aber eine flexible Software, die diese Anforderungen umsetzen kann. Nur so können Sie die Vorteile einzelner Paywall-Modelle miteinander verbinden.

Die Alternative: Micropayments

Eine Alternative zu klassischen Paywall-Modellen sind Micropayments. Hierbei handelt es sich um digitale Transaktionen für einen kleinen Geldbetrag – dieser liegt in der Regel zwischen ein paar Cent und einem Euro – im Austausch für einen Online-Service, digitale Inhalte oder einen Download. Verlagen stehen hierbei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.
Beim Prepay-Modell erhalten Nutzer den Zugang für einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte Anzahl an Artikeln. Sie können also beispielsweise eine Guthabenkarte kaufen und so lange Inhalte konsumieren, bis das Budget aufgebraucht ist. Das Pay-as-you-go-Modell setzt hingegen darauf, dass Nutzer direkt für einen gewünschten Inhalt bezahlen. Hierbei können allerdings hohe Transaktionsgebühren auf Verlage zukommen. Möchten Verlage diese Kosten umgehen, können sie auch auf das Postpay-Modell setzen, bei dem mehrere Transaktionen zusammengefasst und anschließend als Pauschalbetrag abgerechnet werden. Grundsätzlich bieten Micropayments den Vorteil, dass Leser nur die Inhalte kaufen, die sie auch lesen möchten und müssen nicht für ein Abonnement bezahlen, bei dem sie nur an einem Bruchteil der Inhalte interessiert sind. Dies kann wiederum zu einer stärkeren Kundenbindung führen.
Ob Prepay-, Pay-as-you-go oder Postpay-Modell: Der Hauptvorteil ist, dass viele Verlage zusätzliche Einnahmen für ihre Inhalte erhalten könnten. Ein deutlicher Nachteil von Micropayments ist hingegen die Herausforderung, ein praktikables technisches System zu schaffen, das von den Verbrauchern akzeptiert wird.

Fazit: die passende Lösung finden

Egal, für welches Paywall-Modell Sie sich entscheiden: Letztendlich ist der Schlüssel zum Erfolg Experimentieren und Innovation – nur so können Sie das Beste für Ihren Verlag herausholen. Dabei helfen flexible Software-Lösungen, die Sie an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Übrigens: Die richtige Paywall-Lösung gepaart mit einer hilfreichen Software muss nicht immer teuer und ausschließlich großen Verlagen vorbehalten sein. ContentPepper bietet flexible Lösungen für die Bedürfnisse von kleinen und mittelständischen Verlagen.

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